Flämisches Fernsehen sendete Film über Ostbelgien

Grenz Echo - 07.02.1967

Flämisches Fernsehen sendete Film über Ostbelgien

Das flämische Fernsehen hat Sonntagnachmittag um 15.25 Uhr - leider eine ungünstige Zeit - einen längeren Dokumentarfilm über die Ostkantone gesendet. Schon vor einigen Monaten weilte ein Aufnahmeteam des flämischen Fernsehens bei verschiedenen Vereinigungen und Persönlichkeiten unserer Gebiete, um diesen Film über "De derde Belgen" zu drehen. Teamleiter Walter Geerts sagte damals, er wolle auch das touristische Element hervorheben. Mit Aufnahmen vom Männerquartett, das mitten im Venn sang, beginnt der Streifen. Dann folgen Bilder von einer Unterrichtsstunde in Steffeshausen. Lehrer Freres hatte gerade für seine einklassige Schule eine Geschichtsstunde vorgesehen. Die Kamera glitt dann über Landschaften des südlichen Teils des Kantons St.Vith. Dann sah man Rocherather Holzfäller beim Werk und Jäger im Walleroder Schloss. In St.Vith tagten die Junggesellen. Sie mussten eine "Puppe" aufhängen und versuchen, dem Freier oder der Befreiten "Kaaf" zu streuen. Das jedes Jahr zur Kirmes stattfindende Ganshauen durfte auch nicht fehlen.

Interessante Aufnahmen wurden auch anlässlich einer Trauung in Lommersweiler gemacht. Die "Hochzeit" konnte dank des St.Vither Geschichtsvereins "Zwischen Venn und Schneifel" inszeniert werden. Man zeigte in allen Einzelheiten das Frage- und Antwortspiel zwischen dem Vater der Braut und den Junggesellen von Lommersweiler, die ihr "Recht" verlangen. Es wurde natürlich Dialekt gesprochen, aber flämische Untertitel ermöglichten es den flämischen Zuschauern, dem Dialog zu folgen. Mit dieser Szene endete der interessante Streifen, den leider wegen des Karnevalstreibens in den ganzen Ostkantonen nicht allzu viele gesehen haben werden, aber vielleicht könnte das flämische Fernsehen den Streifen ein zweites Mal ausstrahlen.

(Zweite Sendung: im Mai 1967, um 19 Uhr